Nach 1991 wurde in Östereich wieder eine Gletschermumie gefunden und grundlos aufgetaut. Der Leichnam des 58jährigen ist Dank der prämortalen Verabreichung von Alkohol sehr gut erhalten und wurde direkt zur Landtagswahl aufgestellt. Der Homo Erectus mit Ansichten zwischen Neanderthaler und NS-Diktator war bereits zu Lebzeiten einer der beliebtesten Menschen im Alpenstaat.
Nun holte seine Partei mit Jörg Haider als Spitzenkandidat über 45% im schönen Kärnten. Wenn das Beispiel Schule macht, freue ich mich auf eine spannende Bundestagswahl mit interessanten Kanzlerkandidaten. Adenauer gegen Willy Brandt, Göbbels und Möllemann gegen Marx und Modrow. Und auf Landesebene sieht nicht einmal mehr Dieter alt aus und hat wieder realistische Chancen, Thüringen zu regieren …
vs.
Glauben Sie nicht alles, was Werbung behauptet … Gilt übrigens auch für dieses Blog.
leider für “Zu Spät Entschlossene” … Der Teil über Obamas fiktive Präsidentschaft ist natürlich Quatsch. Aber die Darstellung des Einflusses eines möglichen Präsidenten McCain auf Amerika wirkt erschreckend authentisch.
Als 29jähriger Blogger bin ich quasi zu dieser Einschätzung über folgenden Film gezwungen.
Was für ein Showdown - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das Weiße Haus wird Farbiger, doch während in normalen Ländern Menschen an die Urne gehen, um direkte Mehrheiten für Ämter und Parteienkonstellationen zu schaffen, war dies im Land der begrenzten Unmöglichkeitenden natürlich ganz anders … Die Medialisierung der Politik hält an.
Es ist zum einen so eine Art Eurovison Song Contest (US Vision Song Contest), wobei mit Song eher die zur Wahl stehende Person gemeint ist; das klingt aber nicht so griffig. Zunächst die Vorentscheide in den Teilnehmerländern (Vorwahlen) - dann nach einer unendlichen Show (Wahlkampf) sind die Zuschauer (Wahlberechtigten) aufgerufen, für ihr Lieblingslied (Kandidat) zu stimmen. Bis die Telefonleitungen (Wahllokale) geschlossen werden, passiert erst mal nichts - bis auf ein paar Mutmaßungen über den Ausgang des Wettbewerbs (Hochrechnungen). Zum Finale heißt es dann in Variationen “Zehn Punkte für dieses oder jene osteuropäische Land” (”Zehn Wahlmänner für diesen oder jenen Kandidaten”). Die Entscheidung fällt meist zu sehr fortgeschrittener Stunde (die Entscheidung fällt meist zu sehr fortgeschrittener Stunde).
Auf der anderen Seite ist auch eine Ähnlichkeit zum Schlag den Raab (Yes We Can) nicht von der Hand zu weisen. Nach der telefonischen Publikumswahl über den Herausforderer (Vorwahlen) haben nur noch zwei Spieler (Kandidaten) eine reelle Chance auf den Sieg (Präsidentschaft). Sie treten in bis zu 15 Disziplinen (50 Bundesstaaten) gegeneinander an, die unterschiedlich viele Punkte (Wahlmänner) bringen. Es geht tatsächlich nicht um die Anzahl der Siege (direkte Demokratie), sondern über die Gewichtigkeit (Florida) derselben. Es gibt also Matchpointspiele (Battleground States), die auch vorzeitig eine Entscheidung über das Preisgeld (befristeter Mietvertrag im Weißen Haus) herbei führen können. Die Entscheidung fällt meist zu sehr fortgeschrittener Stunde (die Entscheidung fällt meist zu sehr fortgeschrittener Stunde).
Dabei geht es um mehr als nur die Entscheidung über den mächtigsten Mann der Welt - auch eine Frau stellt sich der Abstimmung: eine vergleichsweise junge Politikerin, in die zwar lange große Hoffnung gesetzt wurde, die aber aufgrund einiger Patzer auch in der eigenen Partei nicht unumstritten ist. Ihre langen dunklen Haare, das gewinnende Lächeln und eine Designerbrille, ließen sie zum Vorbild für viele Frauen werden. Bei Männern jedoch führten die optischen Attribute eher dazu, sie zu unterschätzen. Zu recht oder zu unrecht, entscheidet sich morgen.
Wenn Andrea Ypsilanti gewinnt, ist sie Ministerpräsidentin in Hessen, wenn sie verliert, sind große Fernsehauftritte á la Heide Simonis nicht ausgeschlossen. Vielleicht sogar mit ihrer us-amerikanischen Zwillingsschwester Sarah Palin, die auch nur ungern nach Alaska zurück kehren möchte. In der Tradition von Hauser und Kienzle könnten sie dann als das doppelte Lottchen ihre linken und rechten Ansichten publikumswirksam vertreten.
Den möglichen Namen des Formats entnehmen Sie bitte der Artikelüberschrift.
Die beiden großen Vorzeigevereine FCB und CSU werden diesen Herbst so schnell nicht vergessen können. Und Hoeneß und Beckstein, Huber und Rummenigge sowie Klinsmann und Haderthauer in versuchen sich in Phrasen retten: Wir werden aufstehen! Wir werden analysieren! Wir führen keine Personaldiskussion!
Letzteres darf zumindest angezweifelt werden; von Beckenbauer und Stoiber zum Beispiel. Dabei könnten sie sich entspannt im Ruhm vergangener Tage sonnen, der unverrückbar am blauweißen Firnament steht. Doch sie sind wahrscheinlich zu stolz und werden ihren Thron verlassen, um ihre erfolgsverwöhnte bajuwarische Welt zu retten.
Wie der Kaiser einst sagte: “Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Niederlage oder Unentschieden.”