wir waren doch alle mal jung …
Als der 18. Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Joseph Ackermann, werbewirksam versprach, es würde sich schämen, während der momentanten Krise Staatshilfe in Anspruch zu nehmen, reagierten Bundeskanzlerin und Finanzminister pekiert. Nur der alte, weise Mann der SPD, Franz Müntefering, blieb mit einer für Politiker untypischen Ehrlichkeit gelassen: “Jeder gibt mal ein Interview, das nicht stimmt.” Und weiter: “Ich kann das nur seinem jugendlichem Übermut zugute halten.”
Richtig. Ackermann ist nicht nur 18. Chef seines Instituts - und damit gerade so volljährig - sondern auch im wirklichen Leben erst 61 Jahre alt. Also höchstens im sechsten Frühling seiner selbst. Und der neue, frühere SPD-Vorsitzende weiß mit seinen unglaublich alten 68 Jahren genau wovon er spricht. Nicht alles stimmt, was man so von sich gibt, meistens liegt es an der Jugendlichkeit und mangelnder Erfahrung.
Ein Auszug von gesagtem und anders gemeinten:
Völlig sinnentleert und im zarten Alter von 65 sagte der heutige Methusalem Münte über Andrea Nahles: “Die kann Partei.”, meinte aber: “Die kann uns mal.” Im selben Jahr erfand er auch die “verantwortungslosen Heuschrecken”, die durch Fehlinterpretationen der Presse für den Niedergang der Wirtschaft verantwortlich gemacht werden sollten. Gemeint waren allerdings tatsächlich “verantwortungslose Heuschrecken”, also Viecher, die in Überzahl wichtige Nahrungsmittel vor allem in dritten Welt vernichten.
Höhepunkte missverständlicher Aussagen aus seiner Jugend (64 Jahre) waren jedoch die Bekenntnisse “SPD-Vorsitzender ist das schönste Amt neben dem Papst” und “zwischen uns (Schröder und Münte) passt kein Blatt Papier”. Er meinte eigentlich “SPD-Vorsitzender ist das schönste Amt auf dem Papier” und “zu uns (Schröder und Münte) passt kein Papst”.
Nur einmal sagte er in seinen jungen, wilden Jahren (2004 - 2005) die Wahrheit. “Ich kann nur kurze Sätze.”
